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Aktionsplan Ernährung: Ansätze gut, klare Strategie fehlt

Verbraucherzentrale Bundesverband: Den guten Vorsätzen müssen nun Taten folgen

25.06.2008 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Initiative für einen Aktionsplan für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. "Das Thema Über- und Fehlernährung ist eine der wesentlichen gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft", sagt Dr. Stefan Etgeton, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung. Der Aktionsplan lasse jedoch eine klare Strategie vermissen und greife in einzelnen wesentlichen Punkten, wie etwa der Nährwertkennzeichnung, zu kurz. Eine heute vom Verbraucherzentrale Bundesverband vorgelegte Verbraucherbefragung belegt die enorme Bedeutung der Ernährungsthemen für die Verbraucher.

Bislang fehlen dem Aktionsplan nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes klare Aussagen zur Priorisierung von Vorhaben und Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Erfolgsindikatoren. "Der von der britischen Regierung vorlegte Strategieplan ist hier wesentlich konkreter", erklärt Etgeton. "Wir können uns bei diesem wichtigen Thema nicht länger auf Lippenbekenntnisse beschränken, denn in Deutschland sind circa 37 Millionen Erwachsene und rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös. Den guten Vorsätzen müssen nun Taten folgen, die sich auch in den Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen niederschlagen", fordert Etgeton. Die im Aktionsplan ausgewiesenen Mittel von insgesamt 15 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren seien entschieden zu wenig. In Großbritannien würden für Aufklärung und Prävention in den Jahren 2008 bis 2011 allein zusätzliche 372 Millionen Pfund (umgerechnet 470 Mio. Euro) aufgebracht.

Ernährungsbedingte Krankheiten kosten 70 Milliarden Euro
Enttäuschend seien die Aussagen zum Thema Nährwertkennzeichnung. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte in der vergangenen Woche die Bundeskanzlerin aufgefordert, sich in die Diskussion um die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln einzuschalten und im Kampf gegen Übergewicht ‘Farbe zu bekennen‘. "Ein glaubwürdiges Paket muss eine konsequente Nährwertkennzeichnung enthalten. Auch hier machen uns die Briten mit ihrem Ampelsystem vor, wie es geht", so Etgeton. Am 11. Juni 2008 hatten sich auch die Verbraucherminister der Länder für eine verbindliche farbliche Kennzeichnung der Nährstoffe, die maßgeblich an der Entstehung ernährungsbedingter Erkrankungen beteiligt sind, ausgesprochen. Schon heute schlagen nach Informationen der Bundesregierung die Folgekosten ernährungsbedingter Krankheiten in Deutschland mit jährlich mehr als 70 Milliarden Euro zu Buche, in der EU liegen sie bei schätzungsweise sieben Prozent aller Gesundheitskosten. Etgeton: "Die Kosten werden weiter steigen, wenn nicht endlich gehandelt wird."

Verzicht auf Werbung, die sich an Kinder richtet
Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt das Vorhaben, auf Werbung, die sich an Kinder unter 12 Jahren richtet, zu verzichten und sie für ältere Jugendliche einzuschränken. Werbebeschränkungen auf rein freiwilliger Grundlage hätten bislang kaum die erwünschte Wirkung erzielt und würden häufig von den Firmen selbst unterlaufen. Darum seien klare und verbindliche Regelungen notwendig. Die Bundesregierung plane, dazu Gespräche mit der Wirtschaft aufzunehmen. "Wir werden darauf achten, dass die Belange der Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu kurz kommen", sagt Etgeton.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

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