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Ernährung in der Schwangerschaft

Gehirn wird bereits beim Fötus auf „dick“ programmiert

Mütter, die sich während der Schwangerschaft besonders fettreich ernähren, bekommen Kinder, die ihr ganzes Leben lang mit Übergewicht zu kämpfen haben werden, weil das aufgenommene Fett direkt die Gehirnentwicklung des Fötus beeinflusst – das gilt jedenfalls für Rattenmütter und ihre Jungen. Wissenschaftler der Rockefeller University unter der Leitung von Sarah Leibowitz haben eine Gruppe von trächtigen Ratten mit fettreicher Kost gefüttert, eine zweite mit normaler, eher fettarmer. Es zeigte sich, dass die fettreiche Ernährung der Rattenmütter das Gehirn ihrer Jungen veränderte: Es wurden mehr Aminosäuren produziert, die Essen und Gewichtszunahme stimulieren, als bei den fettarmer gefütterten. Denn ihre Gehirne verfügten über mehr Neurone, die bestimmte Aminosäuren produzieren. Dabei handelt es sich um spezielle Peptide, die den Appetit anregen. Das Fatale: Auch wenn nach der Geburt der Nachwuchs dann normal ernärht wird, also mit weniger Fett, bleibt diese Überproduktion lebenslang bestehen und verleitet dazu, exzessiv zu essen.

„Wir glauben, dass der hohe Triglyzerid-Spiegel, dem der Fötus in der Gebärmuter ausgesetzt ist, dafür verantwortlich ist, dass diese Neuronen früher und zahlreicher wachsen als normal“, erklärt Sarah Leibowitz. Sie vermutet den gleichen Mechanismus bei Menschen: „Wir programmieren also unsere Kinder dazu, fett zu sein.“ Weitere Studien sollen nun klären, auf welche Weise die Triglyzeride das Wachstum der verantwortlichen Neuronen anregen.

Weltweit suchen Forscher intensiv nach Möglichkeiten, Übergewicht von Kindern weitgehend zu verhindern. Denn in den letzten zehn Jahren hat die Anzahl von übergewichtigen Kindern um 50 Prozent zugenommen. Man geht davon aus, dass bereits in wenigen Jahren 26 Millionen Kinder in der EU zu dick sind – mit dramatischen Folgen für ihr weiteres Leben. Wer bereits in der Kindheit zu dick ist, hat ein mehrfach erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sowie eine verringerte Lebenserwartung.

Quelle: Gesellschaft für Gesundheit, Information und Prävention e.V.

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